Auf unserer Website werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Diese helfen uns dabei die Benutzererfahrung zu optimieren. Sie können jederzeit dem Einsatz von Cookies auf dieser Website in unserer Datenschutzerklärung widersprechen.

Klangraum Gipslöcher

Wandern und jodeln mit Evelyn Fink-Mennel

Dauer: 13:30 – 18:00 Uhr
Gruppengröße: 20 Personen
Sprachen: Deutsch | Englisch
Rubrik: Workshop & Wanderung
Ort|Location: Gipslöcher
Beförderungsmittel: Bergbahn Oberlech

 

Programmablauf:

  • 13:30 Uhr
    Beim Glaszelt vor dem Hotel Arlberg werden wir von Evelyn Fink-Mennel in Empfang genommen.
  • 14:00 – 17:30 Uhr
    Wir wandern zu den Oberlecher Gipslöcher und nützen diese faszinierenden Trichter als Klangräume für unseren Jodel-Workshop.
  • 18:00 Uhr
    Rückkehr zurück zum Ausgangspunkt. Von dort aus erreichen wir in Gehdistanz die Hotels.

 

Schwerpunkt der Begegnung:

Als „Geologische Landart“ könnte man die Oberlecher Gipslöcher mit rund 1000 Dolinen bezeichnen. Diese konischen oder schüsselförmigen Vertiefungen im Gelände entstehen,wenn Wasser an Versickerungsstellen Kalk auflöst und Erdreich abgeschwemmt wird. Wir nützen diese faszinierenden Trichter als Klangräume für unseren Jodel-Workshop mit Bregenzerwälderin Evelyn Fink-Mennel. Mit dieser Vollblutmusikerin können wir all unsere Vorstellungen über Folklore und Kitsch in der Volksmusik über Bord werfen und uns auch gleich davon befreien, dass wir sowieso nicht singen können. Jodeln diente einst den Bauern zur Kommunikation auf dem Feld. Heute kommen Manager in die Kurse der Volksmusikforscherin. Die Klingeltöne der Handys sind dann schnell vergessen.

 

Hintergrundinfo:

Ho trialei ho! Du o? Jo, i o! Wollten wir es nicht schön längst auch mal probieren? Das lustvolle Jodeln, diese einzigartige Form des legalen Sich-anschreien-Dürfens, das nach Johann Wolfgang v. Goethe außerhalb von geschlossenen Räumen am besten klingt? Richtig gut schmeckt diese Freiluftmusik in den Bergen. Hier macht sie Sinn und lässt uns spätestens nach dem ersten Juz (Juchzer) den Klangraum Natur lustvoll verstehen. Beim Wandern mit der Jodelmeisterin Evelyn Fink-Mennel, die in der Vorarlberger Formation „Zündschnur & Bänd“ für Gesang, Violine, Akkordeon und Maultrommel verantwortlich ist, erfahren wir den Gebrauch der Stimme als Kommunikationssystem der Zeiten vor dem Mobiltelefon. In den Pausen suchen wir schöne Plätze, wo wir Töne zu Melodien formen, nehmen uns Zeit, um einige Jodlermelodien zu lernen oder frei einen Juz zu schreien – in der Erwartung, dass jemand von einem anderen Berg spontan antwortet.

Wir riskieren mit jedem Ton das Erlebnis des Musizierens, freuen uns am Versuch und an der gelungenen Umsetzung genauso wie am musikalischen Stolpern (jeder Fehler wird zum wichtigen Teil des Konzepts!). Es macht vor allem Spaß, Silben ohne Bedeutung zu singen oder Namen zu verjodeln. Evelyn Fink-Mennel hat das Jodeln auch wissenschaftlich erforscht. Aber das spielt wohl nur eine Nebenrolle, wenn wir mit ihr in den Bergen unterwegs sind. Im Team jodelt es sich so angeregt wie bei einem guten Gespräch oder beim Kartenspiel. Eine oder einer sagt an, wirft die erste Karte, gibt ein Thema vor, und dann nimmt das Spiel seinen nicht ganz planbaren Lauf. Ohne vorhersehbaren Ausgang, und daher immer lebendig, individuell, aktionistisch und zeitgenössisch. Und wenn grad nichts mehr geht, wandern wir ohnehin weiter.